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Münchens Umgebung: Lohnenswerte Ausflugsziele

München selbst verdient mindestens drei Tage oder ein langes Wochenende. Die bayerische Hauptstadt eignet sich aber darüber hinaus auch wunderbar als Ausgangspunkt für zahlreiche Ausflüge ins Umland. Es warten Berge, Seen, Schlösser und kleinere, aber nicht weniger spannende Städte!

Wer eine Woche in München bleibt, der hat die Wahl zwischen Ausflügen ins Grüne oder anderen interessanten Städten. Ein Auto brauchst du dafür nicht! Die folgenden Orte lassen sich alle wunderbar mit Zug und S-Bahn erreichen.

Münchner Seenland

Beginnen wir mit den Klassikern für Einheimische und Touristen: den Seen im Süden der Stadt. Eine Option ist der Tegernsee. Ihr könnt mit dem Zug bis zum Bahnhof Gmund oder Tegernsee fahren. Und direkt vom jeweiligen Bahnhof zwei einfache, aber sehr schöne Touren starten: den Tegernseer Höhenweg oder den Aufstieg zum Berggasthof Neureuth. Von dort habt ihr wunderschöne Ausblicke auf den See und auf der Hütte die Qual der Wahl zwischen Gerichten wie Kaiserschmarrn und Spinatknödel – beides kann ich sehr empfehlen! Speziell im Sommer und generell am Wochenende ist hier oben aber auch einiges los, wer also kann, macht sich unter der Woche auf den Weg. Es warten gutes Essen in traumhafter Kulisse.

Ganz ohne Wandern auch schön sind der Staffelsee und der Starnberger See. Beide sind ebenfalls ganz einfach mit Zug und S-Bahn zu erreichen. Im Sommer kann man hier, wie auch im Tegernsee und dem Ammersee oder Chiemsee mit Blick auf die Berge baden.

Blick von Neureuth in Richtung Tegernsee Foto: Lisa Freudlsperger
Blick von Neureuth in Richtung Tegernsee
Kapelle Berge Bäume
An der Kapelle vorbei geht es direkt zur Hütte.

Wanderfreuden

Eine Wanderung von See zu See für die ihr etwas mehr Kondition und Zeit mitbringen solltet, dafür aber mit großartigen Aussichten belohnt werdet, ist der Wanderweg vom Bahnhof Tegernsee zum Schliersee. Oder umgekehrt. Beides ist gut machbar. Etwas einfacher ist der Prinzenweg, landschaftlich aufregender ist der Weg über die Baumgartenschneid.

Ein weiterer Klassiker ist die Wanderung zum Jochberg und zurück vorbei am türkisfarbenen Walchensee. Wer noch Zeit hat, kann sich dort am Ende der Wanderung erfrischen, die Zehen ins Wasser halten oder baden gehen. Zum Ausgangspunkt der Wanderung und zurück fährt ein Bergbus, wichtig: auf die Fahrzeiten achten! Speziell auf die letzte Rückfahrt.

Garmisch-Partenkirchen und die Zugspitze sind bekannte und beliebte Ausflugsziele – zu jeder Jahreszeit. Das hat durchaus seine Berechtigung. Auch hier empfehle ich entsprechend Ferien und Wochenenden möglichst zu meiden. Je nach Fitness und Lust gibt es ab Garmisch eine Menge Optionen: eine Wanderung durch die spektakuläre (aber gut besuchte) Partnachklamm, eine Wanderung zum Eckbauern mit wunderschönem Bergblick vom Biergarten aus oder auch den Rundweg um den sehr fotogenen Eibsee. Wer hier mehr Zeit einplanen kann oder lieber Schiff fahren statt wandern möchte, der kann in den Sommermonaten ein Tretboot mieten und die Zugspitze von der Wasseroberfläche auf sich wirken lassen. Eine wirklich spektakuläre aber anspruchsvolle Tour führt von der Bushaltestelle Hammersbach zur Höllentalklamm. Der Eintritt kostet 2 Euro und geöffnet ist die Klamm je nach Witterung bis etwa Ende Oktober. In den Wintermonaten bleibt sie geschlossen. Speziell Mitte Oktober ist die Klamm dank des Herbstlaubs auf dem Weg besonders schön. Im Sommer bietet sie nach dem Aufstieg eine super Abfrischung.

Blick vom Jochberg auf Weg und See Foto: Lisa Freudlsperger
Sonniger Tag am Jochberg
Die Partnachklamm nahe Garmisch-Partenkirchen Foto: Lisa Freudlsperger
Die Partnachklamm nahe Garmisch-Partenkirchen
Blick nach oben aus der Höllentalklamm auf Brücke und Herbstlaub. Foto: Lisa Freudlsperger
Blick nach oben während der Wanderung durch die Höllentalklamm

Weniger Höhenmeter, mehr Kulturprogramm

Ein toller Tagesausflug mit wenigen Höhenmetern und zu jeder Jahreszeit möglich ist eine Fahrt an den Chiemsee, genauer gesagt nach Prien am Chiemsee. Vom Priener Bahnhof bis zum See ist es ein erster kleiner Fußmarsch. Am Hafen angekommen, kann man die Kassenhäuschen nicht verpassen, dort kannst du eine kleine (oder große) Hafenrundfahrt buchen. Ich würde die kleine empfehlen, so bleibt noch Platz für Schwimmen und Abendessen. Auch Hunde dürfen für einen Preis von 3 Euro auf dem Schiff mitfahren. In der Rundfahrt enthalten sind die Frauen- und die Herreninsel. Beide ganz unterschiedlich und beide absolut sehenswert. Auf der Fraueninsel locken die wunderschönen Gärten und Häuschen sowie das Kloster, in dem man auch gut essen und trinken kann (mit Hund). Die Herreninsel ist berühmt für das Schloss Herrenchiemsee, das Ludwig II mit dem Vorbild Versailles vor Augen gebaut – aber leider nie fertig gestellt hat. Vom Steg aus ist es ein schöner Spaziergang über die Insel zum Schloss – größtenteils auch im Schatten der Bäume. Das Schloss lässt sich nur im Rahmen einer Führung besichtigen (ohne Hund), die aber wirklich kurzweilig und interessant ist. Für alle Fun-Fact-Begeisterten wie mich kommen da einige spannende Fakten vor.

Blick vom Boot auf Chiemsee und Berge Foto: Lisa Freudlsperger
Die Schifffahrt über den Chiemsee ist zu jeder Jahreszeit schön.
Blumen und Kirchturm auf der Fraueninsel am Chiemsee Foto: Lisa Freudlsperger
Sommer auf der Fraueninsel
Schloss Herrenchiemsee Foto: Lisa Freudlsperger
Schloss Herrenchiemsee entstand nach dem Vorbild von Versailles.
Fischernetz vor der Bergkulisse auf der Fraueninsel / Chiemsee. Foto: Lisa Freudlsperger
Fischernetz vor Bergkulisse: Auch das ist die Fraueninsel.

Und noch ein letzter See zu dem dich die S-Bahn direkt bringt ist der Ammersee, Station Herrsching am Ammersee. Nach ein paar Metern stehst du schon am Ufer und hast die Wahl an verschiedenen Stellen zu baden oder – und das empfehle ich unbedingt – zum Kloster Andechs zu wandern. Festes Schuhwerk brauchst du dafür, aber es handelt sich insgesamt um eine relativ einfache und zugleich sehr schöne Wanderung durch die Natur bis zur Anhöhe, auf der das Kloster und eine Wallfahrtskirche stehen. Im Biergarten oder Restaurant lässt sich gut speisen. Ein Muss ist es natürlich das Andechser Bier zu probieren. Im Kloster gibt es auch Brauereiführungen – die ich allerdings noch nicht besucht habe. Zurück vom Kloster zum See geht es auf dem gleichen Weg, bei der Rückkehr kannst du noch eine Runde im See schwimmen oder direkt zum Bahnhof. Zur S-Bahn ist der Weg vom Ufer praktischerweise nicht weit.

Umliegende Kleinstädte

Mit der S-Bahn erreichst du auch mehrere kleine Städte ganz bequem ab München. Drei davon können aus sehr unterschiedlichen Gründen interessant sein: Nach Dachau nimmst du die S2 und kannst dort die KZ Gedenkstätte besichtigen. Die Ausstellung ist informativ und nahbar aufbereitet, die Räumlichkeiten zu sehen sehr bewegend und nichts, was man so „nebenbei“ machen kann und sollte, wie ich finde. Sich vorab mental darauf einstellen, was man sehen wird und was hier geschehen ist, ist essentiell. Der Eintritt ist kostenlos, die Gedenkstätte täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, thematisch unterschiedliche Führungen und Rundgänge sind auf der Webseite zu finden.

So weit östlich von München, dass man zu Fuß über eine Brücke nach Österreich laufen kann, da liegt Burghausen. Nach ziemlich genau zwei Stunden mit der Regionalbahn erreichst du die Stadt ab dem Münchner Ostbahnhof. Zu Fuß kannst du dann zuerst zur beeindruckenden Burganlage spazieren. Ob es nun die längste Burg Europas oder der Welt ist – mit über 1 km Länge ist das Areal in jedem Fall beeindruckend groß und kann kostenlos besucht werden. Es ist sehr interessant, wie die verschiedenen Gebäude ineinander gewachsen sind und wer möchte, kann sich die Kirche, das Museum oder auch den Aussichtsturm gegen einen Eintrittspreis von 5 Euro (Stand: April 2025) ansehen. Im Jahresverlauf besonders spektakulär zu sehen, sind der Weihnachtsmarkt, der an einem Wochenende Mitte Dezember stattfindet, und das Mittelalterfest im Juli, bei dem das gesamte Burgareal von Schaustellern und Händlern bevölkert wird. Beides absolut sehens- und erlebenswert. Nachdem du die Burganlage erkundet hast, solltest du auf jeden Fall auch das kleine Stadtzentrum mit den bunten Häusern besuchen, die süßen Läden und Lokale entdecken und natürlich einmal über die Brücke nach Österreich spazieren. Hier bieten sich nochmal richtig coole Ausblicke auf die Burg selbst, deren Ausmaße so noch deutlicher werden.

Stadt mit Burg und grauem Kirchturm direkt am Fluss Foto: Lisa Freudlsperger
Blick auf Burghausen über die Salzach
Mittlerfest auf der Burg Burghausen Foto: Lisa Freudlsperger
Mitte Juli nimmt das Historische Burgfest die gesamte Burganlage ein.
Bunte Häuserfassaden hinter einer Skulptur von einem Jungen auf dem Fahrrad mit Hund. Foto: Lisa Freudlsperger
Das farbenfrohe Zentrum von Burghausen liegt nur wenige Stufen unterhalb der Burganlage.
Steinerne Stufen die zu einer Kirche hinauf führen Foto: Lisa Freudlsperger
Die Gassen rund um die Kirche St. Jakob laden zum Bummeln ein.

Zwei weitere kleine Städte im Nordosten von München sind Erding und Freising. Beide gut und einfach mit der S-Bahn zu erreichen. Erding hat eine kleine aber hübsche Altstadt sowie eine berühmte Brauerei und riesige Therme anzubieten. Für die Therme oder Sauna empfiehlt es sich auf jeden Fall vier Stunden oder sogar einen Tag einzuplanen. Freising ist bekannt für Weihenstephan mit dem schönen Blick in Richtung München und Flughafen und dem zugehörigen Restaurant. Der Dom von Freising ist sehr beeindruckend und die Altstadt der Studentenstadt lädt zum Spazieren und Eis essen ein.

Eichstätt: Studentenstadt mit fossiler Gemütlichkeit

Eichstätt ist eine mittelgroße Stadt, die man in etwa 1,5 Stunden Fahrzeit ab München sehr gut erreicht. Die Innenstadt lässt sich schnell erkunden oder im Bummelmodus mit Stopps in den Läden und kleinen Restaurants. Am Marktplatz ein Eis oder ein Stück am Fluss entlang laufen, abends füllen sich die Bars und Kneipen. Besonders beeindruckend sind Residenzplatz und Dom, sie lassen die Stadt direkt größer wirken, als sie ist. Über die sympathische Studentenstadt wacht die Willibaldsburg mit ihrem hübschen Burggarten und tollen Ausblicken. Im Inneren der Burg gibt es mehrere Aquarien (laut Angaben auf der Homepage das artenreichste Korallenriff in Bayern) sowie das Jura-Museum. Highlights der Ausstellung sind der Raubdinosaurier Juravenator und das Eichstätter Exemplar von Archaeopteryx. Der bekannte Urvogel wurde nahe Eichstätt, auf dem Blumenberg, gefunden. Wer noch mehr Fossilien sehen und sogar selbst buddeln und klopfen möchte, kann dort (immer ab April) im Fossilien-Steinbruch aktiv werden. Ebenfalls einen Besuch wert und etwas außerhalb der Stadt ist das Figurenfeld. Mitten im Hessental stehen etwa 78 lebens- und überlebensgroße Figuren des Malers und Bildhauers Alois Wünsche-Mitterecker.

Ausblick auf Burg zwischen Bäumen Foto: Lisa Freudlsperger
Im Inneren der Willibaldsburg befinden sich ein interessantes Juramuseum und mehrere Aquarien.
Felsen unter blauem Himmel auf grüner Wiese Foto: Lisa Freudlsperger
Markante Kletterfelsen auf dem Weg von Dollnstein nach Eichstätt.
Häuserfassaden und Brunnen hinter Pflanzen Foto: Lisa Freudlsperger
Die Eichstätter Innenstadt ist vor allem gemütlich...
Kirche und Weide am Fluss Foto: Lisa Freudlsperger
... und grün. Genau wie die Altmühl.

Für ein Wochenende in Eichstätt oder bei einem zweiten Besuch kann ich eine Rudertour auf der Altmühl empfehlen, muss allerdings vorwarnen: Der Fluss ist ähnlich gemütlich wie die Stadt selbst. Das heißt: Ohne Rudern geht nicht viel. Die Altmühl bewegt sich sehr langsam. Außerdem müssen die Boote an einigen Stellen aus dem Wasser gehoben und weitergetragen werden. Spaß macht es trotzdem. Wenn du Lust auf Wandern hast, nimm den Zug nach Dollnstein und lauf von hier auf einer Teilstrecke des Altmühltal Panoramawegs zurück nach Eichstätt. Besonders schön fand ich das im frühen Herbst. Von Dollnstein aus geht es zuerst zum Burgsteinfelsen, dem markantesten der Kletterfelsen auf diesem Weg, danach zwischen Magerwiesen und Wacholderheiden weiter – immer wieder mit Blick auf die Altmühl. Das letzte Stück des Wegs führt über den Fossilien-Steinbruch nach Eichstätt. Der Blick auf die Burg ist genial! Insgesamt beläuft sich die Wegstrecke auf etwa 14 km, die Höhenmeter bleiben überschaubar, trotzdem solltest du vier bis fünf Stunden einplanen.

Umliegende Großstädte

Für etwas ausschweifendere Tagesausflüge solltest du ab München Hauptbahnhof schon früh mit dem Regionalzug starten, zum Beispiel nach Augsburg, nach Salzburg (ist im Bayern- bzw. Deutschlandticket mit enthalten) oder auch nach Nürnberg und Regensburg. Die Artikel folgen zeitnah. Zu letzteren Dreien lasse ich schon mal drei Fotos da und ein paar Stichworte: das Mozarthaus, der Mirabellgarten, die Festung Hohensalzburg und die Aussichtspunkte am Kapuzinerberg für Salzburg. Der Handwerkerhof, Schöner Brunnen, Weinstadel und natürlich die Kaiserburg in Nürnberg. Und für Regensburg verrate ich schon mal die Stichworte steinerne Brücke, Dom und Walhalla. Bald mehr dazu und bis dahin: Eine schöne Zeit in München und Umgebung!

Fachwerkhaus und Turm am Flussufer in Nürnberg Foto: Lisa Freudlsperger
Bis Nürnberg sind es von München rund zwei Stunden Zugfahrt.
Blick über die steinerne Brücke auf die Regensburger Altstadt. Foto: Lisa Freudlsperger
Blick über die steinerne Brücke auf die Regensburger Altstadt.
Blick auf die Altstadt und Burg von Salzburg im Winter kurz nach Sonnenuntergang. Foto: Lisa Freudlsperger
Mit Bayern- oder Deutschlandticket geht es ab München auch nach Salzburg.

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